Erster Test mit der Fuji X100s bei einer Hochzeitsreportage

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Eigentlich kann ich solche Sprüche wie “die X100s ersetzt alle DSLRs”, “die Fuji ist die neue Leica” oder “seit ich die X100s habe, brauche ich keine Vollformatkamera mehr” nicht mehr hören und lesen.

Immer wenn eine Kamera vorgestellt wird drehen sich bei vielen Benutzern und Propagandisten dieser Modelle auf einmal alle bisherigen Anforderungen. Scheinbar. Komisch.

Für mich ersetzt diese Kamera auf keinen Fall eine Vollformat DSLR und auch auf keinen Fall ein System mit Wechselobjektiven und ordentlichem Blitzsystem. Dennoch ist die “Kleine”, wie ich meine X100s immer nenne, eine extrem gute und sehr “geile” Kamera. Der Spaßfaktor beim Fotografieren, das unauffällige agieren damit auf den Straßen und die reduzierung auf das Notwendigste machen die “Kleine” bei mir zu einer wirklichen “immer dabei Kamera”! Sie ersetzt aber keinesfalls eine richtige Vollformat DSLR.

Dennoch wollte ich es wissen und habe bei der letzen Hochzeits-Emotionen-Reportage statt meiner zwei Nikon DSLRs nur eine umhängen gehabt und statt der zweiten Nikon D3 die “Kleine” umhängen gehabt und habe versucht damit einen zusätzlichen roten Faden der Hochzeit damit aufzunehmen ohne die Anwendung der Nikon zurückzuschrauben. Versteht Ihr? Bisher zwei Nikon D3 und D3s bei Hochzeiten. Dieses mal nur eine schwere Nikon und dazu die “Kleine”, die Fuji X100s im Einsatz. Natürlich war immer eine Ersatz Nikon am Set, da meine liebe Frau ja der Second Shooter (tolles Wort für einen zweiten Fotografierenden Menschen…) mit zwei Nikons, immer in meiner Nähe war und somit für den Fall des Ausfalles meiner D3s sofort eine andere Nikon da gewesen wäre. Wir fotografieren niemals ohne doppelten Boden. Das ist aber nebensache, den in diesem Blogposting soll es mal nur um die X100s gehen.

Nachfolgend für Euch mal eine kleine Auswahl an X100s Bildern, die alle mit Lightroom 4.4 bearbeitet und auf SW konvertiert wurden. Bei uns verlässt kein Bild das aus unbearbeitet.

Ich muss Euch sagen, die “Kleine” macht einen extrem guten und sehr zuverlässigen Job. Der Bildausschnitt des 23mm Fuji Objektives entspricht einem 35mm am Vollformat und ist damit sehr universell in der Reportage. Das Bokeh ist sehr angenehm und weich und kommt wirklich nahe an ein Vollformat Bokeh heran, aber nur nahe und nicht wiklich identisch. Die Zuverlässigkeit des AF ist gut und brauchbar aber natürlich vergleichen wir Äpfel mit Birnen wenn ich sage das der AF der D3s mehr Biss hat und schneller ist. Aber das war uns allen sicher klar.

Die Gechwindigkeit der X100s ist sogar im stressigen Hochzeits-Joure brauchbar und ausreichend. Eine DSLR bietet einem aber mehr Sicherheit nichts zu verpassen.

Würde ich eine Hochzeit nur mit der X100s fotografieren?

Nun, wie man an den Bildern sieht ginge das. Theoretisch. Ich würde es dennoch weder tun, noch empfehlen. Eine DSLR ist eine DSLR. Die Fuji X100s werde ich definitiv in Zukunft bei den folgenden Hochzeits-Emotionen-Reportagen dabei haben und auch noch mehr einsetzen, denn ich mag den Look des Fuji Sensors extrem gerne, werde aber niemals meine geliebten schweren Nikons zu Hause lassen. Diese Schnelligkeit  diesen griffigen AF und die Akku Leistungsfähigkeit meiner D3 und D3s möchte ich an solchen Tagen nicht missen. Thema Akku ist in der Tat ein Thema, denn leider ist nach 200 Bildern ist der Saft alle… was bedeuten würde, das ich bei einer Hochzeit um die zehn Akkus brauchen würde, oder ein kleines mobiles Kraftwerk. :-)

Fazit 1: Ich liebe diese Kamera und bin extrem zufrieden mit meiner “Kleinen”!

Fazit 2: Eine Nikon DSLR bleibt eine Nikon DSLR!

In diesem Sinne Euch allen ein wundervolles Wochenende – Euer Fotofuzzy – Jörg Langer

p.s.: Liebe Syndia und lieber Stefan, da kommen noch viel mehr Bilder, das sind erst mal “nur ein paar” aus der kleinen Kamera die immer vor meinem Bauch baumelte… :-)

17 Comments

  1. Pingback: Die X100s bei einer Hochzeitsreportage im Einsatz

  2. Wow, die Bilder finde ich super schön. Wirklich klasse was die X100S so leistet. Was mir besonders gefällt ist die s/w-konventierung. Benutzt du in LR einen bestimmten Filter oder lässt du die Bilder nochmal alle durch Nik-Tools durchlaufen? :)

    • Ich habe mir in LR selbst jede Menge Presets erstellt mit denen ich arbeite und dann nur noch feinjustiere, je nach Bild.

      Ich nutze zwar auch gerne NIK Silber Efex2, war in diesem Fall aber nicht im Einsatz. Diese Bilder waren “nur” in LR.

  3. …zu den guten Hochzeitfotos kann ich nur kurz folgendes sagen:sie sind gut aber nicht sehr gut.Und das liegt nicht an der Kamera,sondern an den “Knipser”.Habe auch Canon’s und Nikon’s,auch D3/D3s,die ich seit dem ich mich auch zu einer X100s durchgerungen habe und nun gestehen muß,dass diese Kleine eine ganz besonders “große Keine” ist.Benötige sie fast täglich und nach 45jähriger Kamera-Schlepperei ist es ein Vergnügen,dieses Wunder-Exemplar dabei zuhaben um Canon’s und Nikon’s allmählich immer mehr zu vergessen.Und bei aller Bescheidenheit darf ich mich sogar Profi nennen und beurteile mit mehreren Kollegen die Kamera-Qualität doch besonders aber die Foto-Qualität der Fuji X100s als aussergewöhnlich gut,die hier ohne Zweifel mit den Profi-DSLR’s gleichgestellt werden kann.

  4. Der Kommentar von D. Sander hat mich – gelinde gesagt – erstaunt. Ich jedenfalls bin von dem “Knipser” sehr beeindruckt und finde die Fotos absolut professionell. Da wäre ich wirklich mal auf die Fotos des Profis D. Sanders im Vergleich gespannt …

  5. Fotografie ist etwas subjektives. Der eine nimmt Fotos auf die eine Art war, der andere eben anders. Und wenn der Stil den Jörg pflegt nicht den Geschmack des D. Sander trifft – dann ist das eben so. Denn letztlich zählt, dass die Kundschaft zufrieden ist. Denn wir müssen uns immer fragen, für wen fotografieren wir. Und wir fotografieren für unsere Kunden, nicht für andere Fotografen.

    Nichts desto trotz wird Jörg, so wie ich ihn kenne, sich seine Bilder anschauen, analysieren und drüber nachdenken was er anders machen könnte und möchte. Es ist ja nicht so, dass er keinen Ehrgeiz hätte ;-)

  6. Ich denke, Jörg beschreibt das sehr gut.
    Natürlich kann eine X100s – so toll sie auch ist – kein komplettes DSLR-Set ersetzen.
    (Es sei denn, jemand hat ohnehin nur mit ‘nem 35er fotografiert.)

    Aber solch eine Kamera ist die nahezu perfekte Ergänzung zu einem umfangreichen DSLR-Set – vor allem, wenn es so eine gute “Kleine” ist.

    Ein wichtiger Punkt bei Kameras, der häufig vernachlässigt wird, ist der, wie viel “Spaß” sie bei der Benutzung bringt. Wenn eine Kamera richtig Spaß macht, sind die Leistungsparameter (ab einer gewissen Qualitätsstufe) ziemlich nebensächlich. Dann mache ich als Fotograf beinahe automatisch Fotos, die auch andere begeistern können, gerade weil sie der Spaß auf die Bilder überträgt.

    • Das ist schön auf den Punkt gebraucht Carsten. Bei mir ist es in der Tat so:

      Wenn das Werkzeug Spaß macht, macht das Arbeiten auch Spaß.
      Das arbeiten an einem mieß installierten PC ist für mich eine Qual, wenn aber der Rechner flott und schick installiert ist, arbeite ich gerne 24h am Tag daran. Das reindrehen einer Schraube ins Holz mit dem Hilti Akku Schrauber macht irre viel Spaß, mit dem Baummarkt-Teil für 19 Euro der schon shice in der Hand liegt macht es keinen Spaß. Oder das Schreiben mit einem noch so teuren Kugelschreiber der einfach nicht gut in der Hand liegt…

      Der Spaßfaktor ist m.E. der wichtigste im Leben und auch bei der Arbeit!

  7. Hallo, ich freue mich sehr den Artikel mit den dazugehörigen Bildern gefunden zu haben. Genau, danach habe ich gesucht. Ich bin kein Profi und habe auch keine Vollformatkamera, aber muss mich aktuell zwischen einer zweiten bzw. 3. Spiegelreflex und dieser Kamera entscheiden. Die DSLR wäre sogar etwas günstiger, allerdings habe ich schon eine D7000 und eine Ersatzkamera habe ich auch. Mich reizt an der Fuji x100s , dass man sie ganz anders einsetzen kann, geräuschlos und unauffällig, eben ein anderes fotografieren , nicht zu vergleichen, da Stimme ich dir zu. Deine Bilder überzeugen mich sehr. Und ich glaub die Zeiten, dass man dich Knipser nennen kann , sind schon was länger vorbei ;) Herzliche Grüße und vielen Dank für diesen sehr hilfreichen Beitrag.

  8. Schöner Bericht. Ich hätte mal ein paar Fragen:
    - Friert der elektronische Sucher ein, wenn der Autofokus scharf ist und abgedrückt wird?
    - Wie lange hält die Batterie so in etwa (wenn sie an ist und wenn sie in Standby ist)?
    - Wie schnell ist die Kamera auf Auslösung (wenn sie an ist und wenn sie in Standby ist)?
    - Wie verhält sich der Autofokus in der Dämmerung und nachts?
    - Ist Autofokus i.V.m. manueller Belichtungseinstellung praktikabel?
    Könnte ich mir sicher auch aus diversen Tests zusammensuchen, aber mich interessieren die Erfahrungen im Alltagsgebrauch mit der x100s.

    • - Friert der elektronische Sucher ein, wenn der Autofokus scharf ist und abgedrückt wird? -> Ja kurz!
      - Wie lange hält die Batterie so in etwa (wenn sie an ist und wenn sie in Standby ist)? -> 200-300 Aufnahmen
      - Wie schnell ist die Kamera auf Auslösung (wenn sie an ist und wenn sie in Standby ist)? -> Langsamer als eine DSLR aber im Vergleich zu anderen Kompakten Kameras recht flott.
      - Wie verhält sich der Autofokus in der Dämmerung und nachts? -> Ebenso, Langsamer als eine DSLR aber im Vergleich zu anderen Kompakten Kameras recht flott.
      - Ist Autofokus i.V.m. manueller Belichtungseinstellung praktikabel? -> Ganz Ehrlich, diese Frage verstehe ich rein gar nicht?! Das eine hat mit dem anderen doch gar nichts zu tun?!?

  9. Hi, vielen Dank. Das hilft mir weiter.
    Beim letzten Punkt meinte ich eher das Handling. Also kann ich manuelle Belichtung anpassen und sehe im Sucher, wie ich z.B. unterbelichte (Pegel im optischen Sucher?)

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